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Special Comment: Können Stadtwerke Defizite kommunaler Haushalte künftig abdecken?

Euler Hermes Rating erwartet, dass zukünftig kommunale Stadtwerke in Deutschland angesichts hoher finanzieller Belastungen durch die Energiewende nur eingeschränkt zur Sanierung kommunaler Haushalte beitragen.

Die Reform der Energiewende stellt die nationalen Energieversorger vor erhebliche Herausforderungen: Der anhaltende Preisverfall an den internationalen Strombörsen, OTC-Märkten und im CO2-Zertifikate Emissionshandel, finanzielle Lasten durch den Atomausstieg, Überkapazitäten aus konventioneller Stromerzeugung, der erforderliche Übertragungsnetzausbau, die Subventionierung energieintensiver Industrien sowie die bevorrechtigte Förderung erneuerbarer Energien führen zu Fehlentwicklungen. Absatz- und Ertragseinbrüche der führenden Energieversorger und kommunalen Stadtwerke sind die Folge. Infolge energiepolitischer Unwägbarkeiten bei der Regulierung der Ökostromerzeugung durch das neue EEG 2014 und die steigende Wettbewerbsintensität stehen die Geschäftsmodelle der Energiewirtschaft auf dem Prüfstand.

In einer repräsentativen Studie zur Bonität kommunaler Stadtwerke kommen die Autoren von Euler Hermes Rating zu dem Ergebnis, dass umfangreiche Investitionen in den dezentralen Netzausbau, Erneuerbare Energien und die Verkehrsinfrastruktur sowie die Ausschüttungspolitik der kommunalen Gesellschafter zu einem gestiegenen Finanzierungsbedarf führen. Rd. 50 % der analysierten kommunalen Stadtwerke wiesen bereits 2012 einen deutlich negativen Free Cashflow aus. Mittel- bis langfristig stellen die abgeschwächte Ertragkraft und begrenzt vorhandene Verschuldungspotenziale der kommunalen Stadtwerke die Städte und Gemeinden, die auf die Ausschüttungen der Stadtwerke zur Haushaltssanierung angewiesen sind, vor Herausforderungen.

> Die komplette Studie als Download (PDF)